EATO fordert eine stärkere Beteiligung der Weiterbildungsbranche an wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Entscheidungsprozessen.
Berlin, 11. Juni 2026 – Der gestrige Sozialpartnerdialog der Bundesregierung hat erneut gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Politik, Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretungen für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland ist. Aus Sicht der European Association for Training Organisations (EATO) fehlt jedoch ein entscheidender Akteur am Verhandlungstisch: die Weiterbildungsbranche. Die EATO engagiert sich als Interessenvertretung privatwirtschaftlicher Bildungsanbieter aktiv in politischen Willensbildungsprozessen und in der BVMW-Mittelstandsallianz.
Die Herausforderungen der kommenden Jahre sind bekannt: Fachkräftemangel, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Transformation industrieller Wertschöpfungsketten sowie die demografische Entwicklung. Keine dieser Aufgaben wird ohne eine massive Stärkung der beruflichen Weiterbildung erfolgreich bewältigt werden können.
„Wer über die Zukunft des Arbeitsmarktes spricht, muss auch über die Zukunft des Lernens sprechen. Weiterbildung ist kein Randthema, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“, erklärt Gerhard Wächter, Präsident der EATO.
Die EATO vertritt mehr als 45 privatwirtschaftlich orientierte Bildungsunternehmen in der DACH-Region. Gemeinsam erreichen die Mitgliedsunternehmen jährlich rund 300.000 Teilnehmende und arbeiten mit über 6.000 Trainerinnen und Trainern zusammen.
Während im Sozialpartnerdialog traditionell Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen vertreten werden, fehlt häufig die Perspektive derjenigen Organisationen, die die notwendige Qualifizierung für den Wandel überhaupt erst ermöglichen.
Die EATO fordert deshalb:
Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Mitarbeitenden kontinuierlich weiterzuqualifizieren. Weiterbildung ist dabei nicht Kostenfaktor, sondern Zukunftsinvestition.
Die Diskussionen der vergangenen Tage zeigen, dass der Mittelstand mehr Präsenz in politischen Entscheidungsprozessen fordert. Diese Forderung unterstützt die EATO ausdrücklich. Gleichzeitig weist der Verband darauf hin, dass wirtschaftlicher Erfolg und Qualifizierung untrennbar miteinander verbunden sind.
„Deutschland braucht nicht nur Investitionen in Infrastruktur und Innovation, sondern auch Investitionen in die Fähigkeiten der Menschen. Bildung und Weiterbildung müssen fester Bestandteil jeder wirtschaftspolitischen Strategie sein“, so Wächter weiter.
Die EATO wird sich auch künftig aktiv in die bildungspolitische Debatte einbringen und den Dialog mit Politik, Wirtschaft und Sozialpartnern suchen. Als Verband versteht sie sich als Stimme der privatwirtschaftlichen Weiterbildungsbranche und als Partner für eine leistungsfähige Wissensgesellschaft.
© • EATO e.V.
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